Payment im E-Commerce: Welche Zahlarten soll ich anbieten?

Immer noch gilt, zu wenige Zahlarten bzw. die „falschen“ Zahlarten sind einer der häufigsten Abbruchgründe im Checkout. Doch was sind eigentlich die „falschen“ Zahlarten – und wenn es falsche Zahlarten gibt, gibt es dann auch richtige?

 

Übersicht der Zahlarten im E-Commerce

Die Internet World hat erst kürzlich eine interessante Infografik zum Thema „Payment im deutschen E-Commerce“ zusammengestellt.

Infografik Payment im deutschen E-Commerce 2016 in Zahlen
Infografik Payment im deutschen E-Commerce 2016 in Zahlen

Die drei beliebtesten Zahlarten sind nach wie vor Rechnung, Paypal und Lastschrift. Rechnung und Paypal liegen mittlerweile fast gleichauf. Alle drei eint, dass das Risiko für den Käufer gegen null geht. Eine Rechnung muss ich erst bezahlen, wenn ich meine Ware erhalten habe. Bei Paypal habe ich einen etablierten Mittler und eine SEPA-Lastschrift kann ich bis zu 8 Wochen nach Fälligkeit noch zurückgeben.

Online-Shops sollten daran interessiert, Ihren Kunden den Kauf so leicht wie möglich zu machen. Aber natürlich ist das Ganze auch immer ein Abwägen zwischen Ausfallwahrscheinlichkeit der Zahlart und erzieltem Umsatz (Gewinn) durch diese Zahlart. Was simpel klingt, lässt sich in der Praxis aber nicht immer leicht messen. Denn: Wer kann schon sagen, welche der Rechnungskunden vielleicht auch zur Zahlung mit Vorkasse bereit gewesen wären oder wie viele Kunden, es sich unabhängig von der Zahlart nochmal anders überlegen.

 

Online-Shops setzen im Durchschnitt fünf verschiedene Zahlarten ein

Wie die Grafik zeigt, setzen die Shops im Durchschnitt ungefähr fünf Zahlungsarten ein. Weitere häufige Zahlarten sind:

  • Kreditkarte
  • Vorauskasse
  • Nachnahme
  • Ratenkauf
  • amazonpayments
  • Sofortüberweisung

Wie so oft gilt auch hier: „Viel hilft nicht immer viel!“ Irgendwann ist der Kunde durch zu viele Auswahlmöglichkeiten überfordert und auch die interne Abwicklung und Abstimmung mit mehreren Zahlunsanbietern ist nicht zu stemmen.

 

Welche Zahlart ist für mich die Richtige?

Welche Zahlarten ich anbiete, hängt in erster Linie von meinem Sortiment und von meiner Zielgruppe ab. Verkaufe ich hochpreisige Elektronik-Produkte sollte ich über die Möglichkeit der Ratenzahlung nachdenken. Es empfiehlt sich dann sicher auch, Rechnungskäufe durch einen Dienstleister abzusichern. Beim Kauf von Eintrittskarten dagegen hat sich die Kreditkartenzahlung etabliert. Folgende Fragen muss sich daher jeder Shopbetreiber stellen, um für sein Business zu ermitteln, welche Zahlarten er anbieten möchte:

  • Welche Zahlart(en) wünscht meine Zielgruppe?
  • Welche Zahlart(en) passen zu meinen Produkten?
  • Wie kann ich die Zahlart organisatorisch und buchalterisch in meinem System abbilden?
  • Wie kann ich mich bei dieser Zielart gegen Ausfälle absichern bzw. in welchem Verhältnis steht der Gewinnanstieg zum wahrscheinlichen Zahlungsausfall?
  • Was kostet die Implementierung dieser Zahlart?
  • Will ich allen Kunden alle Zahlarten anbieten oder biete ich z.B. Bestandskunden andere Zahlmöglichkeiten als Neukunden?
  • Wie wichtig ist mir eine Bonitätsprüfung?
  • Möchte ich meine Daten an einen externen Dienstleister weitergeben?

Erst nach Beantwortung dieser Schlüsselfragen lässt sich eine definitive Empfehlung aussprechen, ob es sich lohnt, eine neue Zahlart zu integrieren. Als pauschale Empfehlung kann man aber in jedem Fall festhalten, dass jeder Shopbetreiber zumindest versuchen sollte, die großen Vier anzubieten: Rechnung, Paypal, Lastschrift und Kreditkarte.
Bei diesen vier ist die Argumentation eher umgekehrt. Hier muss ich als Shopbetreiber schauen, was gegen diese Zahlarten spricht und warum es sich für mich nicht lohnt, diese Zahlarten zu verwenden.

 

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